PSYCHOTHERAPIE
In meiner Praxis verstehe ich Psychotherapie als gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe. Psychotherapie bedeutet für mich nicht, Ratschläge oder fertige Weisheiten weiterzugeben, sondern einen Raum zu schaffen, in dem Sie sich selbst besser kennenlernen und verstehen können.
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Gemeinsam reflektieren wir Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, erkennen dysfunktionale Muster und entwickeln Wege, diese nachhaltig zu verändern. Ziel ist es, dass Sie langfristig mehr Wohlbefinden, Stabilität und Selbstwirksamkeit im Alltag erfahren.
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Ich arbeite integrativ, individuell und wissenschaftlich fundiert. Dabei berücksichtige ich Ihre persönlichen Ressourcen, Ihre Lebensgeschichte und Ihre aktuellen Herausforderungen gleichermaßen. Psychotherapie ist ein Prozess: Mit professioneller Begleitung lernen Sie, Ihre eigenen Lösungen zu entwickeln und Strategien zu finden, die zu Ihrem Leben passen.
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Ich behandle ein breites Spektrum psychischer Erkrankungen im Erwachsenenalter, in Einzelfällen ist eine Behandlung ab dem 16. Lebensjahr möglich. Ob eine ambulante Therapie in meiner Praxis sinnvoll und ausreichend ist, klären wir im Rahmen eines Erstgesprächs. In akuten Krisensituationen oder bei bestimmten Konstellationen – etwa bei bestehender Suizidalität oder aktiver Suchterkrankung – kann eine intensivere oder spezialisierte Behandlung erforderlich sein.

Traumatherapie
Belastende oder überwältigende Erfahrungen können Spuren hinterlassen, die weit über das eigentliche Ereignis hinausreichen. Traumafolgestörungen – etwa eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), komplexe Traumafolgen oder anhaltende Stressreaktionen – zeigen sich nicht nur in klassischen Symptomen wie Flashbacks oder Albträumen. Häufig äußern sie sich subtiler: in dauerhafter innerer Anspannung, erhöhter Reizbarkeit, Rückzug, Schwierigkeiten mit Nähe und Vertrauen oder einem diffusen Gefühl von „Anderssein“.
Gerade leistungsorientierte, hochfunktionale Erwachsene erleben oft, dass sie im Außen funktionieren, während sie innerlich viel Kraft aufwenden, um Stabilität aufrechtzuerhalten. Traumafolgesymptome sind dabei kein Ausdruck von Schwäche, sondern nachvollziehbare Reaktionen eines überlasteten Nervensystems auf außergewöhnliche Belastungen.
Derzeit befinde ich mich in der Weiterbildung „Spezielle Psychotraumatherapie" (DeGPT), welche ich bald abschließen werde. Bereits jetzt arbeite ich auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter traumatherapeutischer Konzepte. Jede Traumatherapie beginnt mit einer sorgfältigen diagnostischen und probatorischen Phase. In dieser Zeit geht es um ein umfassendes Verständnis Ihrer Symptomatik, um Beziehungsaufbau und um die gemeinsame Entscheidung, ob und in welcher Form eine Traumatherapie sinnvoll ist. Ein tragfähiges therapeutisches Bündnis ist dabei die Grundlage jeder weiteren Arbeit.
Im weiteren Verlauf steht zunächst die Stabilisierung im Vordergrund. Dazu gehören Psychoedukation – also das Verständnis dafür, wie Traumafolgen neurobiologisch entstehen – sowie der Aufbau von Fähigkeiten zur Emotionsregulation und Selbstberuhigung. Ziel ist es, dass Sie ausreichend innere und äußere Sicherheit erleben, bevor belastende Inhalte intensiver bearbeitet werden.
Erst wenn diese Stabilität gegeben ist und Sie sich bereit fühlen, kann eine traumaspezifische Exposition erfolgen. Der Gedanke hinter der Exposition ist nicht bloß, Erinnerungen „noch einmal durchzuleben“, sondern dem Nervensystem in einem sicheren, kontrollierten Rahmen die Möglichkeit zu geben, unverarbeitete Erfahrungen neu einzuordnen. Belastende Erinnerungen verlieren dadurch schrittweise ihre überwältigende emotionale Intensität. Das Ziel ist eine Integration des Erlebten in die eigene Lebensgeschichte – ohne dass es weiterhin das aktuelle Erleben dominiert.
Das Tempo und die Tiefe der therapeutischen Arbeit bestimmen wir gemeinsam. Nichts geschieht ohne Ihre informierte Einwilligung. Traumatherapie ist ein strukturierter, aber individuell angepasster Prozess mit dem Ziel, innere Stabilität, Selbstwirksamkeit und Lebensqualität nachhaltig zu stärken.
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